Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) fordert in seinem jüngsten Gutachten eine „große Transformation“ zur Nachhaltigkeit. Für die dringend notwendige post-fossile Wirtschaftsweise muss demnach ein neuer Gesellschaftsvertrag geschlossen werden. Eines der größten Probleme sehen die Autoren dabei in der Unfähigkeit der meisten Politiker und Ökonomen, in langen Zeiträumen zu denken.
Nachhaltigkeit als moralisches Gebot
Für die Wissenschaftler des WBGU um Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und Dirk Messner, Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, steht die Welt vor einer historischen Aufgabe. Dem Bericht „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ zufolge ist die Wende zur Nachhaltigkeit nicht nur machbar, sondern auch moralisch geboten. Weil es um nicht weniger als die Lebensgrundlagen künftiger Generationen gehe, seien Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung vergleichbare gesellschaftliche Aufgaben wie die Abschaffung der Sklaverei oder die Ächtung von Kinderarbeit. Die Autoren liefern dabei eine ganze Reihe von Vorschlägen, wie dieser Übergang realisiert werden kann.
Dazu gehört zum ...
Für den Transport von Ökostrom in großem Stil reichen nach Angaben der Energiebranche die bestehenden Stromleitungen nicht aus. Durch den Widerstand von Anwohnern wird der Ausbau der Infrastruktur allerdings vielerorts verzögert oder komplett verhindert. Dabei stellt sich doch die Frage, inwieweit neue Stromtrassen überhaupt gebraucht werden.
Zentrale Stromversorgung hat Tradition
Der deutsche Strommarkt wird weiterhin von den vier großen Stromversorgern RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW dominiert. Schließlich wurde die Vormachtstellung des Oligopols über Jahrzehnte politisch geduldet bzw. gefördert. Erst mit der Umsetzung entsprechender EU-Richtlinien kam es Ende der 1990er Jahre zur schrittweisen Liberalisierung. Obwohl der Markteintritt für neue Akteure damit leichter geworden ist und die Zahl alternativer Energieversorger ständig zunimmt, hat sich an der historisch gewachsenen Marktmacht der „großen Vier“ nichts wesentlich geändert.
Dieser Tradition folgend bevorzugt auch die aktuelle Bundesregierung in ihrem Energiekonzept Großanlagen wie die Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee oder das Solarstrom-Projekt „Desertec“. Für Prof. Uwe Leprich von der ...
Die vor einem Jahr explodierte Ölbohrplattform löste eine beispiellose Umweltkatastrophe aus. Wochenlang berichteten die Medien über auslaufendes Öl, schlechtes Krisenmanagement und sterbende Tiere. Durch den massiven Einsatz von Chemikalien konnten zumindest die sichtbaren Folge schnell beseitigt werden. Mit einem für den Betreiber BP positiven Effekt: Ohne Bilder von verseuchten Vögeln gerät die Katastrophe schnell wieder in Vergessenheit.
Vor ziemlich genau einem Jahr explodierte im Golf von Mexiko die Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“. Nach dem Auslaufen von rund 800 Millionen Liter Öl sind unzählige Fische und Vögel vollendet. Wie groß die ökologischen Folgen letztlich sein werden, ist derzeit aber noch gar nicht absehbar. Wo das Öl geblieben ist, welches weder abgesaugt noch abgebrannt wurde, ist nicht bekannt. Zudem verschleppt BP offenbar die Auszahlung zugesagter Forschungsmittel. Diese könnten nämlich mit den ökologischen auch die wirtschaftlichen Kosten zu Tage fördern.
Chemikalien für weiße Strände
Unmittelbar nach der Katastrophe wurden im großen Stil Chemikalien eingesetzt, welche das ...
Eine einfache und doch wirksame Methode, das Klima nachhaltig zu schützen besteht darin, Bäume zu pflanzen. Und genau das tut I Plant A Tree (IPAT). Bei der Organisation können User online Bäume spenden und dabei auch gleich angeben, wo die Bäume gepflanzt werden sollen. Perendie sprach mit IPAT-Geschäftsführer Michael Bahr über das Aufbäumen und den Klimaschutz.
Wie kamst du eigentlich auf die Idee, eine gGmbH zu gründen, die Bäume pflanzt?
Ganz am Anfang stand der Aufruf der UNO, 1 Milliarde Bäume zu pflanzen. Wir haben uns gefragt, wie man das ganze misst. Überall auf der Welt sind ja sicher viele Menschen diesem Aufruf gefolgt, und wir haben uns vorgenommen eine Plattform zu erstellen, welche die einzelnen Pflanzungen darstellen kann und den CO2 Bindung über alle messen kann.
Dazu haben wir uns zusammengesetzt, ein Programmierer, ein Grafiker und ich, der sich vorwiegend um die Finanzen und um das Netzwerk kümmert. Dieses Treffen fand ...
Regelmäßig kommt es zu Verstößen gegen geltende Vorschriften. Doch weil „artgerechte“ Haltung in Zirkusbetrieben praktisch ohnehin nicht möglich ist, fordern Tierschützer und Tierärzte ein generelles Verbot von Wildtieren in reisenden Zirkussen. Die zuständige Bundesagrarministerin hat verfassungrechtliche Bedenken.
Für Aufsehen sorgte ein kürzlich von Tierschützern veröffentlichtes Video, auf dem ein Tierpfleger eines britischen Zirkusses einen Elefanten brutal misshandelt. Der Elefant ist inzwischen in Sicherheit, gegen die Verantwortlichen wurden Strafverfahren eingeleitet. Obwohl dies ein extremes Beispiel ist, wirft der Fall doch erneut die Frage auf, ob der Zirkus überhaupt ein angemessener Lebensraum für Wildtiere sein kann.
Tierärzte fordern Verbot von Wildtieren im Zirkus
Für Amtstierärztin Diana Plange definitiv nicht: „Sowohl bei der Unterbringung als auch bei Ernährung und Pflege gibt es regelmäßig Mängel.“ Demnach bekämen die Tiere zu wenig Wasser, Auslauf und Beschäftigung. Prof. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, pflichtet seiner Kollegin bei: „In den temporären Gehegen können die Tiere keine Reviere einrichten, sich ...