Kinostart: 12.08.2010
Länge: 118 min.
FSK: 12
Regie: Joe Carnahan
Darsteller: Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, Sharlto Copley, Quinton "Rampage" Jackson
Plot:
Vier Männer einer militärischen Spezialeinheit wurden wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Um ihre Unschuld zu beweisen, gehen die vier unterschiedlichen Männer ihren ganz eigenen Weg. Die spannende und rasante Suche des ATeams nach den Verantwortlichen hat begonnen…
Kritik: Dass Regisseur Joe Carnahan ist kein Feingeist ist, hat er mit "Smokin' Aces" eindrücklich belegt. Sein Motto: Mit schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Wahnsinn alles in Schutt und Asche legen. Klingt blöd? Ja, ist es, aber auch verdammt unterhaltsam. Und so gibt es wohl kaum einen besseren Mann für die Kinoversion der erfolgreichen 80er-Jahre-Serie. Wer das originale "A-Team" kennt, muss sich zunächst mit einigen Änderungen in der Charakterzeichnung abfinden. Ist man darüber hinweg, macht Carnahan genau das, was er gut kann: mächtig Radau. Sein Darsteller-Ensemble spielt mit viel Witz und Charme und lässt dabei fast vergessen, wie platt und gehaltfrei der Film eigentlich inhaltlich ist: Ein einfacher Grund-Plot, streng linear erzählt, ohne Überraschungen. Aber "Das A-Team" soll ja auch gar nicht besonders anspruchsvoll sein, sondern unterhalten. Und das tut es: an allen Ecken und Enden fliegt irgendetwas in die Luft, begleitet von coolen und witzigen One-Linern. Carnahan entstaubt die Vorlage, bleibt aber im Gesamteindruck angenehm altmodisch. Das entstandene Action-Dauerfeuer ist kurzweilig und brachial: Für knapp 2 Stunden sinnfreie Popcorn-Unterhaltung funktioniert "Das A-Team" prächtig - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Kinothek-Rating: 71%
Kinostart: 29.07.2010
Länge: 148 min
FSK: 12
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Ken Watanabe, Marion Cotillard, Cillian Murphy
Plot: Dom Cobb ist ein begnadeter Dieb, der absolut beste auf dem Gebiet der Extraktion, einer kunstvollen und gefährlichen Form des Diebstahls: Cobb stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist – während der Traumphase. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte. Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm zu seinem alten Leben zurück verhelfen, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt: die so genannte Inception. Statt eines perfekt ausgeführten Diebstahls müssen Cobb und sein Spezialistenteam das genaue Gegenteil vollführen. Ihr Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen. Doch kein noch so ausgetüftelter Plan oder geballtes Fachwissen bereitet das Team auf diesen brandgefährlichen Feind vor, der jeden ihrer Schritte vorauszuahnen scheint. Ein Gegner, den nur Cobb hat kommen sehen.
Kritik: Die Filme von Regisseur Christopher Nolan sind niemals vordergründig. Seine Inszenierungen sind gespickt mit Symbolik und überwältigender Bildsprache, lassen meist viel Raum für die eigene Interpretation. Wer bei „Inception“ jedoch abstrakte, kryptische Albträume wie die eines David Lynch erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht. Nolans Traumwelten sind sehr nah an der Realität und werden erst als solche erkennbar, sobald sie in sich zusammenfallen. Wenn etwa "Architektin" Ariadne die Straßen von Paris „aufrollt“ oder die Schwerkraft in einem Hotel verrücktspielt, ist das ganz großes Kino – und das allein durch die visuellen Eindrücke. Doch der eigentliche Geniestreich ist das Drehbuch. Dass sich Nolan nicht mit einfach gestrickter Materie aufhält, hat er in seinen Meisterwerken „Memento“ und „Prestige“ hinreichend gezeigt. „Inception“ macht da keine Ausnahme und baut ein beinahe noch brillanteres Konstrukt auf. Die Grundidee ist schlicht genial und ein Beweis für Nolans überbordenden Ideenreichtum. Die Handlung erstreckt sich über vier Traumebenen, die ineinander geschachtelt werden und in denen die Zeit unterschiedlich schnell abläuft. Zu allem Überfluss verlangt es das Konzept des Films dann auch noch, dass diese vier Ebenen parallel erzählt werden. Bei jedem anderen Regisseur müsste das schiefgehen, der Zuschauer verwirrt und verzweifelt zurückbleiben. Nicht so bei Christopher Nolan. Er schafft es, seine hochkomplexe Geschichte mit zahllosen erzählerischen Tricks nachvollziehbar, ja geradezu simpel wirken zu lassen. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit weiß man zu jeder Zeit, in welchem Traum sich die Protagonisten gerade befinden, die Zusammenhänge sind stets klar. Die vier Ebenen unterscheiden sich sowohl in ihrer Optik als auch der inhaltlichen Bedeutung. Da ist die im Dauerregen versinkende Innenstadt von Los Angeles, Schauplatz einer großangelegten Verfolgungsjagd und Schießerei. Ein Hotel, in dem physikalische Gesetze anders funktionieren. Eine Festung im verschneiten Gebirge, Szenerie für eine Sequenz, die beinahe als Hommage an James Bond durchgehen könnte. Und der Limbus, der eine post-apokalyptische Stadt beherbergt, in der alles möglich ist. Eigentlich reicht dieser Stoff für eine ganze Trilogie. Christopher Nolan macht daraus einen einzelnen gigantischen Film, der neue Maßstäbe setzt. Und anstatt sich die eigene Perfektion mit einem unpassenden Twist-Finale noch zunichte zu machen, setzt er einen genial-einfachen Schlusseffekt und lässt den Zuschauer fasziniert zurück. Es ist dieser ganz seltene Moment, dieses Gefühl beim Verlassen des Kinos, gerade etwas Großartiges gesehen zu haben.
Die Filmmusik: Nach dem wuchtigen Score von „The Dark Knight“ war es nur logisch, dass Christopher Nolan auch sein neuestes Projekt in die routinierten Hände von Hans Zimmer geben würde. Beide scheinen ein Faible für minimalistische Soundtracks zu haben. Denn auch „Inception“ baut auf relativ einfachen, wiederkehrenden Akkordfolgen auf. Mit den typischen Bässen verstärkt Zimmer die Wirkung und erzeugt einmal mehr kraftvolle Klangteppiche. Der Einsatz von Édith Piafs „Non, je ne regrette rien“ ist wohl wiederrum Nolan zuzuschreiben: Ein Geistesblitz voller Ironie und Symbolkraft. Kinothek meint: Kraftvoller, minimalistischer Score vom Routinier. Punktlandung!
Fazit: Mit „Inception“ hat Christopher Nolan sein Meisterstück abgeliefert, das den überragenden „Prestige“ nochmals übertrifft. Brillant konstruiert und mit viel Tempo erzählt, ist er ebenso spannend wie emotionsgeladen. „Inception“ fasziniert in solchem Maße, wie es kein Sci-Fi-Thriller seit dem ersten „Matrix“ vermochte. Einer der besten Filme der letzten Jahre und ein Muss für Freunde intelligenter Geschichten.
Kinothek-Rating: 92%
Verkaufsstart: 10.08.2010
Länge: 106 min.
FSK: 12
Regie: Louis Leterrier
Darsteller: Sam Worthington, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen, Ralph Fiennes
Plot: Perseus ist als Gott geboren, aber als Mensch aufgewachsen. Ohnmächtig muss er erleben, wie seine Familie dem Rachegott Hades, dem Herrn der Unterwelt, zum Opfer fällt. Weil er nun nichts mehr zu verlieren hat, erklärt Perseus sich zu dem tollkühnen Versuch bereit, Hades zu überwinden, bevor dieser den Götterkönig Zeus entmachtet und die Erde ins Höllenchaos stürzt. Dabei müssen sich Perseus und seine Krieger gegen infernalische Dämonen und fürchterliche Monster wehren, doch eine Chance auf Erfolg haben sie nur, wenn Perseus seine göttliche Kraft akzeptiert, der Vorsehung trotzt und sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.
Kritik: Am 10. August ist es soweit, das Remake des Harryhausen-Klassikers "Kampf der Titanen" erscheint auf Blu-ray. Nun können auch diejenigen den Film in angenehm "rückständigem" 2D sehen, in deren Nähe sich die Kinos standhaft geweigert haben, etwas anderes als den 3D-Unfall zu zeigen.Kurz zur Vorgeschichte: Nach dem sensationellen 3D-Erfolg von "Avatar" meinte Warner, auf den Zug aufspringen zu müssen und kündigte "Kampf der Titanen 3D" an. Das Problem aber: der Film war gar nicht mit 3D-Technik gedreht worden. Also kam ein aufwändiges Nachbearbeitungs-Verfahren zum Zug, mit dem nun auch Sam Worthington "aus der Leinwand hüpfen" sollte. Dumm nur, dass dieses Verfahren anscheinend noch immer absoluter Schrott ist. Der Film wurde zum optischen Desaster, 3D-Effekt gleich null, dafür ein Haufen unechte Ebenen und scheibchenweise Verschiebung. Kurz: Diese Version war völlig ungenießbar. Ob das mit der 2D-Blu-ray anders läuft?Zunächst: Man kann sich "Kampf der Titanen" in 2D anschauen, die augenschädlichen Effekte sind verschwunden. Aber das macht den Film an sich kaum besser. Er krankt noch immer an denselben Schwächen wie im Kino: Steril wirkende Welten, schwache Charakterzeichnung und keinerlei Atmosphäre. Dabei gibt es eigentlich tolle Kulissen, einige nette mythologische Viecher und gleich einen ganzen Sack voller Stars. Es will einfach keine richtige Fantasy-Stimmung aufkommen, und auch die Effekte schwanken in ihrer Qualität drastisch. Für den Kraken hat man wohl einen Großteil des CGI-Budgets verballert, für die Sirenen am Anfang war anscheinend nichts übrig. Das trübt den Gesamteindruck noch mehr. Bezeichnend, dass die beste Szene des Films ausgerechnet Perseus' Begegnung mit der dämlichen Metall-Eule ist. Diese Anspielung wird so knallhart-ironisch zelebriert, dass jeder Kenner des Originals sich vor Lachen krümmen dürfte.
Die Filmmusik: Der Score von Ramin Djawadi ist noch mit das Beste an "Kampf der Titanen". Heroisch walzt er sich in epischer Breite durch das Abenteuer. Aber genau so muss die Musik für so einen Film sein! Geschickt manövriert sich Djawadi zwischen Hans Zimmer und Vangelis hindurch - und macht dabei einen wirklich guten Eindruck.Kinothek meint: Gelungen! Heroischer Adventure-Score, der sogar etwas Eigenständigkeit bewahrt.
Fazit: Was hätte man aus dem Stoff mit der heutigen Technik alles machen können! Doch genau mit dieser Technik macht sich Warner den Film kaputt, die 3D-Version gehört auf den Müll. Zweidimensional ist "Kampf der Titanen" streckenweise unterhaltsam und kurzweilig, ohne jemals wirklich zu beeindrucken. Übrig bleibt ein steriler Abenteuerfilm, der an die ebenfalls nicht perfekte Vorlage bei weitem nicht heranreicht. Dann lieber die erzählerischen Unzulänglichkeiten und die üble Metall-Eule des Originals ertragen und Ray Harryhausens Stop-Motion-Geniestreiche bestaunen. Die sind zwar mittlerweile ziemlich eingestaubt, haben aber tausendfach mehr Charme als dieses seelenlose Spektakel.
Kinothek-Rating: 46%
Kinostart: 27.05.2010
Länge: 102 min.
FSK: 18
Regie: Breck Eisner
Darsteller: Timothy Olyphant, Radha Mitchell, Joe Anderson, Danielle Panabaker
Plot: Ogden Marsh ist die typische amerikanische Kleinstadt im Mittleren Westen, in der sich die Einwohner auf der Straße freundlich „Guten Tag“ sagen. Bis eines Tages, langsam aber unaufhaltsam, das Leben aus den Fugen gerät. Wieso läuft plötzlich Rory Hamill mit einer Schrotflinte über das Baseballfeld? Und wieso tötet der angesehene Bürger Bill Farnum seine Familie und fackelt dann seine Farm ab? Bevor Sheriff David Dutton und seine schwangere Frau Judy auch nur darüber nachdenken können, sind die Verrückten – die „Crazies“ – schon überall. Die Nationalgarde geht brutal gegen Infizierte und Gesunde vor. Gemeinsam mit Judys Mitarbeiterin Becca und Deputy Russel suchen die letzten Verschonten einen Ausweg aus der Hölle, während die mörderischen Bestien im Schatten der einstigen Idylle lauern…
Kritik: Ein Virus lässt friedliche Menschen zu mordenden Wahnsinnigen mutieren - diese Grundidee gab es schon mehr als einmal, bietet sie dem Horrorgenre doch unzählige Möglichkeiten, mit menschlichen Urängsten zu spielen. Das Remake des gleichnamigen Romero-Klassikers setzt aber trotz seines wenig originellen Szenarios Maßstäbe in Sachen Spannung. Die Hetzjagd und das ganze Kleinstadt-Bild gerieten (un)angenehm realistisch, das "Mittendrin-Gefühl" stellt sich hier auch ohne die Wackelkamera-Technik von "Cloverfield" und co. ein. Manche Szenen sind grandios und suchen unter den Horrofilmen der letzten Zeit ihresgleichen: Die Sequenz in der Armee-Quarantäne, die Waschstraßen-Szene - hier ist die Inszenierung nahezu perfekt. Dagegen stehen zwischendurch einige Momente, die wie Füllmaterial anmuten und arg klischeebeladen daherkommen. So wechseln sich originelle Ideen mit Altbekanntem ab, der Zuschauer wird hin- und hergerissen zwischen positiven und negativen Aspekten. Dem Unterhaltungswert tut das aber keinen Abbruch, Regisseur Eisner zieht die Spannungsschraube bis zum Ende konsequent an. Auch die Schluss-Szene ist gelungen. "The Crazies" ist ein Muss für Horror-Fans - und der erste Film seit langer Zeit, der im Genre mal wieder einiges anders macht. Einheitsbrei hatten wir die letzten Monate genug, "The Crazies" hebt sich über weite Strecken deutlich vom Mittelmaß ab. Sehenswert!
Kinothek-Rating: 71%
Verkaufsstart: 28.05.2010
Länge: 116 min.
FSK: 16
Regie: Bertrand Tavernier
Darsteller: Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard, Mary Steenburgen
Plot:
Dave Robicheaux, Detective im Bundestaat Louisiana, jagt einen Serienkiller, der bereits mehrere junge Frauen auf dem Gewissen hat. Auf der Rückfahrt von einem grausamen Tatort trifft Robicheaux auf den Hollywood-Star Elrod Sykes, der sich zu Dreharbeiten in der Gegend aufhält. Er gesteht dem Detective, dass er in den Sümpfen eine Leiche gesehen hat - den teilweise verwesten Körper eines Schwarzen in Ketten. Die Entdeckung löst bei Robicheaux schmerzliche Erinnerungen an einen alten Fall aus. Gleichzeitig spürt er, dass die beiden Verbrechen in einem Zusammenhang stehen könnten...
Kritik: Das erste, was bei "In the Electric Mist" heraussticht, ist ein hervorragender Tommy Lee Jones. Der Oscar-Preisträger liefert wieder eine gewohnt starke Performance und trägt bereits allein den ganzen Film. Aber auch seine Kollegen Goodman, Sarsgaard und co. geben sich keine Blöße, schauspielerisch ist "In the Electric Mist" über jeden Zweifel erhaben.Um die Protagonisten entwickelt sich ein eleganter, atmosphärisch dichter Thriller, intelligent konstruiert und stilsicher umgesetzt. Die ruhige Erzählweise bremst den Film leider etwas aus, wirkliche Spannung kommt nur selten auf. Regisseur Tavernier legt sein Hauptaugenmerk eher darauf, ein detailliertes Portrait über Land und Leute zu zeichnen. Dass seine Spannungskurve dabei leider - im wahrsten Sinne des Wortes - "versumpft", ist schade. Jedoch können der Cast und die interessante Story die fehlende Spannung weitgehend kompensieren, langweilig wird "In the Electric Mist" zu keiner Sekunde.
Geschmackssache ist sicherlich der leichte Mystery-Einschlag durch Robicheaux' Visionen. Wer von Thrillern bedingungslosen Realismus erwartet, sollte sich besser woanders umsehen. Aber die Mystery-Elemente machen "In the Electric Mist" noch einzigartiger, als er durch seine Stimmung und Eleganz sowieso schon ist. Ein etwas höheres Erzähltempo hätte ihn endgültig zum Highlight gemacht. Für Thriller-Fans trotzdem höchst sehenswert.
Kinothek-Rating: 77%
Seit langem wieder mal eine Toplist. Star Trek ist Kult. Elf Kinofilme hat das Universum von Gene Roddenberry bereits hervorgebracht, und es dürften wohl noch einige mehr werden. Aber natürlich sind nicht alle Filme gleich gut, die Qualitätsschwankungen sind teils enorm. Kinothek listet die Kinoabenteuer und sagt, warum manche besser sind als andere.
1. Star Trek II - Der Zorn des KhanDas perfekte All-Abenteuer: Action, Humor, Dramatik - und der beste Gegenspieler des "Star Trek"-Universums. Hier stimmt fast alles, ein würdiger Platz 1.
2. Star Trek (2009)Ja, der Relaunch der Reihe verdient den zweiten Platz. Radikal entstaubt und mit viel Mut zur Veränderung hauch Regisseur J.J. Abrams dem Mythos neues Leben ein. Auch hier stimmt der Mix aus Humor und Spannung nahezu perfekt. Von dieser Crew will ich mehr sehen!
3. Star Trek VIII - Der erste KontaktDer beste Film der "Next Generation"-Crew um Captain Picard. Spannend, düster und mit Schwerpunkt auf der Action. Zudem sind die Borg wohl die interessantesten Feinde in "Star Trek". Ein Muss für jeden Sci-Fi-Fan, deshalb Platz 3.
4. Star Trek VI - Das unentdeckte LandTeil 6 ist der am meisten unterbewertete Film der Reihe. Dabei gehört er zu den besten: Der eisige Gefängnisplanet gerät wunderbar atmosphärisch, und die Rahmenhandlung der Verschwörung sorgt für Spannung. Als Abschiedsauftritt der alten Crew genial - wenn man ihn den als solchen betrachten will (siehe unten).
5. Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. SpockNach "Zorn des Khan" war das Niveau wohl kaum mehr zu steigern, deswegen fällt Teil 3 vor allem inhaltlich gegenüber seinem Vorgänger ab. Dennoch gehört er zur oberen Hälfte der Rangliste: Denn er erzählt die Story von Teil 2 weiter und sollte deshalb immer im Zusammenhang gesehen werden. Die Geschichte um Mr. Spock war durch das Ende des zweiten Films nötig und wird plausibel und unterhaltsam erzählt. Sehenswert!
6. Star Trek - Der FilmAchtung: Die Bewertung des ersten Teil ist zwiespältig! Denn er hat ohne Zweifel den größten Kultfaktor, für Fans gehört er zu den besten Filmen. Aber ich habe bewusst versucht, jeden Nostalgiebonus auszublenden, schließlich soll diese Liste auch (und besonders) für Nicht-Kenner funktionieren. Das erste Abenteuer war ein technischer Meilenstein, der auch heute noch gut aussieht. Allerdings ist er arg lang geraten und hat nicht gerade die spannendste Story abgekriegt. Wer neu in "Star Trek" einsteigt, sollte eventuell mit "Der Zorn des Khan" beginnen. Aber bitte den ersten Film nicht ganz auslassen! Dazu ist er doch zu gut.
7. Star Trek X - NemesisSo langsam nähern wir uns den schwächeren Vertretern. Im dritten reinen "TNG"-Abenteuer ist der Charme der Reihe komplett dahin, es zählt mehr das Spektakel und die Action. Auf diesem Gebiet kann "Nemesis" auch ordentlich Punkte sammeln. Aber für einen würdigen Abschied der Crew fehlt einfach etwas. Unterhaltung ist dennoch garantiert, dazu bietet Film Nr. 10 einfach zu viele tolle Schauwerte.
8. Star Trek VII - Treffen der Generationen
Eigentlich hatte man die alte Enterprise-Crew schon gebührend in den Ruhestand geschickt, doch trotzdem musste anscheinend noch ein Übergangsfilm her. Da konstruiert sich ein Drehbuchautor eine abgehobene Story zusammen, um die Captains Kirk und Picard aufeinandertreffen zu lassen. So etwas geht selten gut, aber hier klappt es noch recht ordentlich. Vielleicht der unnötigste Film der Reihe, aber beileibe nicht der schlechteste.
9. Star Trek V - Am Rande des UniversumsTeil 5 ist einer der beiden Filme aus dem Tiefpunkt der Reihe (siehe unten). Die Idee einer Reise ans Ende des Universums ist ja eigentlich nicht schlecht. Aber besonders das Finale glänzt durch so viele Absurditäten und Albernheiten, dass trotzdem einer der schwächsten Vertreter der Filmreihe dabei herauskommt. Freilich unterhält der Film und ist noch deutlich besser als sein Vorgänger, aber bestimmt nicht erste Wahl, wenn es um "Star Trek" geht.
10. Star Trek IX - Der AufstandDer enttäuschendste Film. Die Erwartungen nach dem grandiosen "Der erste Kontakt" waren hoch und werden in "Der Aufstand" nicht einmal in Ansätzen erfüllt. Die Story ist zu gewöhnlich und wird unterbrochen von kitschigen, langatmigen und schlicht schwach erzählten Passagen. Ein "Star Trek"-Film, der zu einem großen Teil auf einem Planeten spielt - es funktioniert einfach nicht. Man vermisst die spektakulären Weltraum-Schlachten, oder auch einen richtig fiesen Bösewicht. Vorletzter Platz.
11. Star Trek IV - Zurück in die GegenwartViele halten ihn für absoluten Kult, ich empfinde "Zurück in die Gegenwart" nur als peinlichen Unfall. Kirk, Spock und McCoy retten Wale in der Gegenwart - also bitte! Mit "Star Trek" hat diese verkappte Komödie nicht viel zu tun. Neueinsteiger in die "Star Trek"-Welt sollten dieses Werk besser zunächst überspringen. Als Kuriosum ist er noch halbwegs unterhaltsam.
Verkaufsstart: 04.06.2010
Länge: 93 min.
FSK: 16
Regie: Thomas Vincent
Darsteller: Clovis Cornillac, Dominique Reymond, Marie-Josee Croze
Plot:
Zwei Anrufe werfen Waldarbeiter Raoul Krafts Leben brutal aus der Bahn: Sein 18-jähriger Sohn Frank hatte einen tödlichen Autounfall und hinterlässt ein Handy, das beharrlich klingelt. Es meldet sich darauf eine junge Frau namens Diane. Sie ist überzeugt, dass Franks Tod auf das Konto der Pharmaindustrie geht. Genauer gesagt hat sie die Pharma-Multis im Visier, die auf Kosten der armen Länder Wundermittel gegen Zivilisationskrankheiten wie Glatze, Schlaflosigkeit und Impotenz entwickeln und Todesopfer eiskalt einkalkulieren. Hirngespinste einer besessenen Ideologin, wie der bodenständige Raoul zunächst glaubt? Oder hat Frank wirklich ein neues Migränemittel genommen? Wie konnte er überhaupt aus dieser Kurve krachen? Kaum nimmt Raoul Fährte auf, gerät er in einen gefährlichen Strudel von Ereignissen.
Kritik: Frankreich und die Thriller - in Europa haben die französischen Produktionen eigentlich nur aus Skandinavien Konkurrenz zu befürchten. Verschlachtelte Erzählweise, wendungsreiche Geschichten, Spannung und Gewalt - all das macht französische Thriller aus, und "The Protocol" bewegt sich genau auf dieser Welle.Die ersten Minuten geraten allerdings zunächst zur Geduldsprobe. Denn die Drama-Phase zu Beginn ist unnötig anstrengend. Ist man über das etwas langatmige erste Drittel aber hinweg, entfaltet sich ein spannendes und intelligent konstruiertes Verschwörungs-Szenario um Pharmakonzerne und deren skrupellose Methoden. Natürlich ist (wieder einmal) nichts so wie es auf den ersten Blick scheint, immer wieder hat der Film eine kleine oder größere Wendung parat. Die Auflösungen der ganzen Verwicklungen ist letztendlich ziemlich banal, aber in sich stimmig.Es muss nicht immer der große Paukenschlag sein, der - nebenbei bemerkt - sowieso meistens nur halb so überraschend kommt, wie ihn die Filmemacher gern hätten. "The Protocol" löst sich stattdessen erfrischend einfach auf, aber durchaus kritisch und realitätsnah. Ein konsequent zu Ende gedachter Thriller mit guten Darstellern - was will man mehr? Vielleicht etwas mehr Stringenz am Anfang, ansonsten ist "The Protocol" durchaus zu empfehlen.
Kinothek-Rating: 71%
Verkaufsstart: 28.05.2010
Länge: 129 min.
FSK: 16
Regie: Kazuaki Kiriya
Darsteller: Josuke Eguchi, Ryoku Hirosue, Takao Osawa, Eriko Sato
Plot:
Japan im Jahr 1582. Der vom Volk geliebte Meisterdieb Ishikawa Goemon, eine Art japanischer Robin Hood, erleichtert machtgierige Adelige um ihr Hab und Gut, um es den Ärmeren im Volk zu geben. Bei einem seiner tollkühnen Raubzüge stiehlt er eine wertlos anmutende Box ohne zu wissen, dass diese Büchse der Pandora das Schicksal des gesamten Landes beeinflussen kann. Kurz darauf scheint ganz Japan in Aufruhr und Goemon sind Heerscharen grausamer Ninja-Krieger auf den Fersen. Dame Cha Cha - die sich in ihn verliebt - versucht ihm zu helfen, seine Mission zu erfüllen.
Kritik: Mit "Casshern" schuf Ex-Videoclip-Regisseur Kazuaki Kiriya 2004 eine der aufwändigsten und spektakulärsten Manga-Realverfilmungen aller Zeiten. Bereits damals war klar, was Kiriya kann und was nicht. Auf der einen Seite die stylische Optik und überwältigende Bildsprache, auf der anderen Seite eine redselige, von haufenweise unnötigen Längen durchzogene Story. "Casshern" sollte hoch emotional werden, ließ aber erstaunlich kalt.Bei seinem neuesten Werk "Legend of Goemon" scheint es zunächst, als hätte Kiriya dazugelernt. Statt den Zuschauer gleich zu Beginn mit einem endlosen Redeschwall zu überrollen, eröffnet er seinen Film mit einer Actionsequenz. Viel ändert das freilich nicht, die Längen folgen diesmal im Mittelteil und machen Legend of Goemon zu einem stellenweise ermüdenden Filmerlebnis. Leider ist auch die emotionale Ebene wieder ziemlich unterkühlt. Und das obwohl - oder vielleicht gerade weil - es der Film förmlich zu erzwingen versucht.Dass "Legend of Goemon" trotzdem prächtig unterhält, liegt hauptsächlich daran, dass Kiriya in allem, was er tut, maßlos übertreibt. Sein Epos ist mal unsagbar kitschig, mal versinkt es in triefendem Pathos. Der Overkill setzt sich in der gigantischen Optik nahtlos fort. Jedes Bild wirkt überstilisiert, das Ende geht dann gänzlich in einem aberwitzigen CGI-Sturm unter. Klingt schrecklich? Nein, das ist wunderbar! Und zwar gerade weil alles so vollkommen überzogen ist.
Die Filmmusik: Der Score von Akihiko Matsumoto setzt dem ohnehin schon arg pathetischen Film noch den Zuckerguss auf. Herzzerreißende Streicher-Melodien dominieren den Soundtrack, ein paar Rock-Klänge lockern das Ganze etwas auf. Positiv: Matsumoto verzichtet - anders als Shiro Sagisu in "Casshern" - auf die Dauerdröhnung und gönnt uns einige ruhige Momente.Kinothek meint: Erfüllt seinen Zweck.
Fazit: Zunächst einmal: "Legend of Goemon" ist besser als "Casshern". Er ist zielstrebiger und mit mehr Tempo erzählt, aber visuell mindestens genauso überwältigend. Gleichzeitig ist er jedoch immer noch überlang, überfrachtet, überzeichnet. Bei Kazuaki Kiriya ist alles irgendwie "über", und man merkt all seinen Filmen die Videoclip-Herkunft an. Stil vor Substanz - das scheint zu Kiriyas Leitspruch zu werden. Was könnte er für ein Meisterwerk hervorbringen, wenn er sich einfach auf die Regie beschränken und die Schreiberei den Profis überlassen würde. So ist "Legend of Goemon" unterhaltsamer, beeindruckender Popcorn-Bombast für Fantasy-Fans. Wie schon "Casshern" absolut empfehlenswert, aber mit Schwächen.
Kinothek-Rating: 79%
Verkaufsstart: 02.07.2010 (Verleihstart: 27.05.2010)
Länge: 81 min.
FSK: 18
Regie: Peter A. Dowling
Darsteller: Scott Adkins, Vinessa Shaw, Breckin Meyer
Plot:
Vier Freunde begeben sich auf den Heimweg von einem ausgiebigen Junggesellenabschied. Ahnungslos steigen sie an einer längst geschlossenen U-Bahn-Station aus und wollen zusammen mit ihren zwei weiblichen Bekanntschaften den Weg durch den Tunnelschacht zur nächsten Haltestelle zu Fuß zurück legen. Dort werden sie Zeuge eines grausamen Mordes und müssen vor einer Horde im Untergrund lebender Kannibalen durch ein Netz von Höhlen und Tunneln fliehen.
Kritik: Die U-Bahn kann schon ein beängstigender Ort sein, besonders bei Nacht. Das Szenario ist wie geschaffen für Horrorfilme, und hat auch schon einige sehr gute Genrevertreter hervorgebracht. Auch "Stag Night" möchte auf den U-Bahn-Zug aufspringen, offenbart aber schon zu Beginn einige gravierende Schwächen. Denn unsere Gruppe der Opfer besteht leider nur aus platten Charakterschablonen. Solche Abziehbilder sind einem reichlich egal, was dem Film nicht gerade gut tut. Ähnlich belanglos kommt die restliche Rahmenhandlung daher, und es ist offensichtlich, dass es Regisseur Peter A. Dowling nur um die Hetzjagd durch unheimliche Tunnelsysteme geht. Wozu sich also mit so unnötigen Dingen wie der Story aufhalten?Aber "Stag Night" ist auch kein ganz schlechter Film. Er ist über weite Strecken recht spannend, ordentlich in Szene gesetzt und erzeugt stellenweise eine beunruhigend realistische Atmosphäre. Dumm nur, dass es im Subgenre U-Bahn-Horror bereits mehr als genug Geheimtipps gibt, mit denen "Stag Night" nicht mithalten kann, wie den einfallsreichen Schocker "End of the Line" oder "Creep" mit Franka Potente. Wer die beiden schon kennt und nach ähnlichem Material sucht, für den ist "Stag Night" eine brauchbare Ergänzung. Den großen Wurf sollte man aber nicht erwarten.
Kinothek-Rating: 41%
Nachdem ich vor einigen Tagen "Gamer" rezensiert habe (siehe hier), ist mir heute eine Kleinigkeit aufgefallen, die mich sogar noch mehr stört als die billige Alibi-Gesellschaftskritik. Und zwar sind das die ersten Minuten im Vorspann. Da werden Bilder von verschiedensten Orten der Erde gezeigt, in die mit Hilfe von CGI Leuchtreklame und Werbung für das fiktive Online-Game "Slayers" einkopiert wurden. So weit, so gut.Aber was sieht man dort, wenn man genauer hinsieht? Die Bilder sind fast ausschließlich dem genialen Filmkunstwerk "Baraka" von Ron Fricke entnommen! Natürlich wird das rechtlich abgeklärt sein. Aber ob es wirklich richtig ist, solche kunstvollen Aufnahmen mit tiefgründiger Aussage für eine derart belanglose Intro-Sequenz zu zerstören, darüber kann man geteilter Meinung sein. Mich stört das gewaltig, und ich muss mich schwer zurückhalten, "Gamer" deswegen nicht nochmal abzuwerten. Ist ja schließlich nur meine Ansicht. Und wer Ron Frickes "Baraka" nicht kennt: Schaut ihn euch an, dann wisst ihr, warum mich diese Verfälschung so aufregt.
Das lässt die Herzen aller Comic-Fans höher schlagen: Gleich zwei Studios machen sich an die Umsetzung unserer Comic-Helden in neuen Filmreihen. Warner Premiere schickt die DC-Helden aufs Feld, Lionsgate erweckt das Marvel-Universum zum Leben.Dabei folgen die Warner-Filme stets demselben einfachen Schema: Man nimmt sich zunächst einige Minuten Zeit, um das Setting zu etablieren. Sobald das steht, gilt es, im folgenden 45-minütigen Showdown die Kräfte der Helden möglichst effektvoll in Szene zu setzen. Das ist geradlinig und vielleicht etwas zu einfach gestrickt, für Comic-Fans jedoch eine Offenbarung. Die Hightlights der Serie: "Superman/Batman: Public Enemies" und "Justice League: Crisis on Two Earths", zwei absolute Action-Kracher mit Top-Animation. "Wonder Woman" fällt dagegen doch deutlich ab.Die Lionsgate-Produktionen im Marvel-Universum haben da minimal mehr Tiefgang und beschäftigen sich ausführlicher mit der Vorgeschichte bzw. dem Aufeinandertreffen der Helden. Dadurch läuft die Maschinerie zwar etwas schleppender an, gibt aber inhaltlich mehr her. Die Höhepunkte: "Ultimate Avengers" wirft gleich eine ganze Handvoll Superhelden in den Ring, die Fortsetzung erscheint im Juni bei uns. Auch "The Invincible Iron Man" ist nicht zu verachten.Richtig interessant wird es vor allem bei den unbekannteren Helden. Da müssen weniger festgefahrene Vorstellungen durchbrochen werden, die Handlung ist für einen Großteil des Publikums neu - und deshalb umso spannender. So können wir ungewöhnliche Charaktere wie "Green Lantern" (Warner/DC) oder "Doctor Strange" (Lionsgate/Marvel) von der ersten Sekunde an verfolgen. Gerade Doctor Strange ist durch den Fokus auf die Ausbildung und die Entwicklung dramaturgisch ideal aufgebaut und - wie alle anderen Abenteuer - perfekt animiert. Das macht ihn zum interessantesten Film beider Reihen. Und Nachschub ist auch schon im Anflug: das neue Superman-Abenteuer "Superman: Doomsday" von DC und "Planet Hulk" von Marvel.Ein kleiner Geheimtipp noch am Rande für alle Hellboy-Fans: Schon seit geraumer Zeit gibt es die beiden "Hellboy Animated"-Filme "Schwert der Stürme" und "Blut & Eisen". Zwei tolle Animationsfilme über asiatische Mythologie und okkulte Vampire - natürlich mit dem allseits beliebten roten Teufel. Absolute Empfehlung!